Atemwegsinfektionen

Wenn Viren oder seltener Bakterien die Schleimhäute der Atemwege befallen, entstehen Atemwegsinfekte wie Erkältungen, akute Bronchitis oder eine echte Grippe. Diese Erkrankungen sind sehr häufig. Gerade Kinder kann es im Durchschnitt rund acht- bis zwölfmal im Jahr erwischen. Aber auch Erwachsene erkranken meist zwei- bis viermal jährlich.

Auslöser von Atemwegsinfekten

Besonders in Herbst und Winter sind unzählige Viren im Umlauf, welche unterschiedliche Erkrankungen auslösen können. Insgesamt sind über 200 verschiedene Atemwegsviren bekannt. Die Ursache für eine einfache Erkältung, oder auch grippaler Infekt genannt, sind Atemwegsviren oder „respiratorische Viren“. Bei einer echten Grippe sind es Influenzaviren, die diese ernsthafte Erkrankung auslösen.

Beide Infektionen greifen die Schleimhaut der Atemwegsorgane an und schädigen sie. Dadurch können in der Folge auch Bakterien eindringen und sich vermehren. Aus einer einfachen viralen Erkältung können sich also zusätzlich bakterielle Infektionen der oberen und unteren Atemwege und auch eine Lungenentzündung entwickeln. Auch die echte Grippe kann bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion („Sekundärinfektion“) schwererer verlaufen.

Obere und untere Atemwege

Das System der Atemwege wird in obere und untere Luftwege unterteilt:

  • Obere Atemwege: Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum
  • Untere Atemwege: Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und die Lunge selbst 

Obere Atemwege

1. Nase

Sie filtert fast alle Schmutzpartikel, Staub oder kleine Insekten aus der Luft. Diese werden an Härchen und Nasenmuscheln der Nasenlöcher schon am Beginn der Atemwege abgefangen. Die funktionierende Atmung durch die Nase ist daher ein entscheidender Schutzmechanismus. Die Nase warnt mit der Riechschleimhaut bei üblem Geruch vor schädlichen Stoffen in der Luft. Zudem feuchtet sie trockene und kalte Luft an und erwärmt sie.Die Nebenhöhlen der Nase umfassen Stirn-, Kiefer- und Keilbeinhöhlen sowie Siebbeinzellen. Sie sind nur über kleine Öffnungen mit der Nase verbunden. Ein Luftaustausch erfolgt langsam und Entzündungen in diesem Bereich sind relativ schwer zu behandeln.

2. Mund

Atmet man statt über die Nase über den Mund ein und aus, so gelangt die Luft über den Mundraum direkt in den Rachenraum. Dies hat deutliche Nachteile für Luftröhre und Lunge. Im Mund fehlen die Flimmerhärchen und Staub und andere Partikel werden nicht ausgefiltert. Die dauerhafte Mundatmung kann den Schleimhäuten der Atemwege und Lunge schaden. Sie verunreinigt die Atemwege, Krankheitserreger können schlechter abtransportiert werden und das Risiko für Lungenerkrankungen ist erhöht.

3. Rachen

Hier kreuzen sich die (mit Nase und Mund beginnenden) Luft- und Speisewege und teilen sich am unteren Ende des Rachens wieder auf in die weiterführenden Luftwege (Kehlkopf und Luftröhre) und die dahinter liegende Speiseröhre.

Untere Atemwege

4. Kehlkopf

Der Kehlkopf markiert den Übergang von den oberen zu den unteren Atemwegen.

5. Luftröhre

Sie bildet den Anfang der unteren Atemwege und ist etwa 12 cm lang. Ihre Innenwand ist mit Schleimhaut und Flimmerhärchen überzogen und sie mündet in das

6. Bronchialsystem der Lunge

Dieses teilt sich in einen rechten und linken Hauptstamm, welche jeweils einen Lungenflügel mit Sauerstoff versorgen. Jeder Bronchienhauptstamm teilt sich in kleinere Bronchien auf (Bronchien zweiter Ordnung) und diese in fünf Hauptäste, die so genannten Lappenbronchien. Diese Lappenbronchien verzweigen sich weiter zu den Segmentbronchien und in immer kleinere Äste. Je kleiner die Bronchien werden, desto einfacher und dünnwandiger wird ihr innerer Aufbau. Die kleinsten Verzweigungen der Bronchien, die so genannten Bronchiolen verzweigen sich noch einmal in mikroskopisch feinste Ästchen (Bronchioli respiratorii). Diese führen schließlich in das eigentliche, atmende Lungengewebe mit insgesamt etwa 300 Millionen Lungenbläschen (Alveolen). Diese Miniatur-Luftballone geben der Lunge ihr schwammartiges Aussehen.

Atemwegsinfekt - Auf welche Symptome muss ich achten?

Typische Atemwegsinfektionen wie eine Erkältung oder eine akute Bronchitis entwickeln sich meist über mehrere Tage. Zu Beginn fühlt man sich abgeschlagen, der Hals kratzt und schmerzt, die Nase ist verstopft oder beginnt zu laufen. Dazu kommen gelegentlich Kopfschmerzen und leichtes Fieber. Wenn die unteren Atemwege zum Beispiel bei einer Bronchitis befallen werden, entwickelt sich auch Husten.
Eine echte Grippe, auch Influenza genannt, verläuft schneller und schwerer. Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Halsschmerzen und einem trockenen Husten sowie Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Die Erkrankten fühlen sich sehr schwach. Oft kommen Schweißausbrüche, Luftnot und manchmal zudem noch Übelkeit und Durchfall dazu.


Auch bei meisten bakteriellen Infektionen stellt sich rasch hohes Fieber ein. Starke Halsschmerzen und hohes Fieber können Anzeichen einer eitrigen Angina sein; bei Keuchhusten sind Hustenattacken typisch.
In der Regel sind Atemwegsinfektionen wie eine Erkältung, Bronchitis oder Grippe nach ein bis zwei Wochen überstanden.

Atemwegsinfekt - Wann sollte ich zum Arzt?

Setzen die Krankheitszeichen plötzlich ein und das Allgemeinbefinden ist stark beeinträchtigt, sollte man einen Arzt ansprechen. Besonders bei anhaltend hohem Fieber sollte spätestens ab dem dritten Erkrankungstag eine Arztpraxis aufgesucht werden. Bei Säuglingen, Senioren oder Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr verlaufen Krankheiten oft schwerer. Auch chronisch Kranke oder wer regelmäßigen Kontakt zu Menschen mit einem erhöhten Risiko hat, sollte Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Erkrankte sollten sehr auf Hygiene achten, damit sie andere nicht anstecken. Das heißt Händewaschen und Niesetikette. Abstand halten und möglichst wenig Kontakt zu anderen verringert die Gefahr einer Ansteckung zusätzlich.

Bei Infekten werden leider meist nur Krankheitszeichen behandelt, durch fiebersenkende oder schleimlösende Mittel sowie durch abschwellende Nasentropfen.
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien und sind gegen die meist von Viren ausgelösten Atemwegsinfekte unwirksam. Mit einem geeigneten pflanzlichen Antiinfektivum lässt sich die Krankheitsdauer abkürzen und man ist schneller wieder gesund.

> Was Senoiren bei Atemwegsinfektionen beachten sollten.

 

Atemwegsinfekt - Wie kann ich vorbeugen?

Gegen einzelne Krankheitserreger von Atemwegsinfektionen stehen Schutzimpfungen zur Verfügung, zum Beispiel gegen Grippe, Keuchhusten oder Pneumokokken, die eine eitrige Lungenentzündung verursachen können.

Gegen Erreger von grippalen Infekten gibt es keine Impfung. Eine gute Hygiene verringert Ansteckungsgefahr. Eigene Ess-, Trink- und Waschutensilien nutzen sowie Abstand von erkrankten Personen halten.

> Weitere Tipps zur Vorbeugung finden Sie hier.