Windpocken (Varizellen) sind eine Virusinfektion mit dem Varicella-Zoster-Virus (VZV). Andere Bezeichnungen für Windpocken sind Wasserpocken, Spitze Blattern, Wilde Blattern und einige weitere Namen. Der Name Windpocken ist von der hohen Ansteckungsfähigkeit dieser Viren, die auch über einige Meter in der Luft übertragen werden, abgeleitet worden. Die Windpocken sind zu unterscheiden von den Pocken (Variola), einer gefährlichen Infektionskrankheit, die von Viren der Gattung Orthopoxvirus verursacht wird.
Windpocken betreffen überwiegend Kinder im Vorschulalter und führen bei der Mehrzahl der Infizierten anschließend zu einer lebenslangen Immunität. Die Infektion tritt am häufigsten zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr auf. Zweitinfektionen sind selten und treten nur auf, wenn die erste Erkrankung entweder schwach verlief oder in sehr jungen Jahren stattfand.
Ca. 95 Prozent der Erwachsenen verfügen über Antikörper gegen das Virus, an welchem laut Robert-Koch-Institut etwa 750.000 Menschen pro Jahr in Deutschland erkranken. Besonders häufig tritt die Erkrankung vor allem im Winter und Frühjahr auf.
Windpocken zählen zu den Viruserkrankungen, welche durch Tröpfcheninfektion beispielsweise beim Husten oder Niesen, übertragen werden. Der Erreger gehört zur Familie der Herpes-Viren. Außerdem ist auch eine Infektion über den virushaltigen Bläscheninhalt der Pocken möglich (so genannte Schmierinfektion).
Typisch für diese Erkrankung ist ein juckender bläschenförmiger Ausschlag und Fieber. Die ersten Symptome sind meist leichtes Fieber und ein juckender Hautausschlag in Form von linsengroßen, roten Flecken. Diese verwandeln sich anschließend in nässende Bläschen , deren Krusten nach 1-2 Wochen abfallen.
Die Ansteckungsgefahr bei Windpocken beginnt ein bis zwei Tage, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet etwa nach einer Woche, wenn die Bläschen austrocknen.
Die Inkubationszeit – also die Zeitspanne zwischen der Ansteckung mit Windpocken und den ersten Symptomen – liegt zwischen acht und 28 Tagen nach dem Kontakt mit einer erkrankten Person. Am häufigsten ist eine Inkubationszeit von 14 bis 16 Tagen.
Der Verlauf einer Windpocken-Erkrankung ist meistens harmlos und die Krankheit heilt ohne Folgeschäden ab. Kleinere Narben können zurückbleiben, wenn sich Bläschen durch eine bakterielle Infektion entzünden.
Vor allem bei Neugeborenen und abwehrgeschwächten Personen kann es zu schweren Komplikationen kommen. Dazu gehören Lungenentzündungen und bakterielle Superinfektionen (meist mit Staphylokokken). In sehr seltenen Fällen können Windpocken zu Schädigungen des zentralen Nervensystems führen. Eine Windpocken-Erkrankung bei Schwangeren kann das ungeborene Kind schädigen.
Einer Infektion mit Windpocken kann man vorbeugen, indem man den Kontakt mit Personen, die an Windpocken erkrankt sind, meidet. Die Impfung gegen Windpocken wird nach neusten Empfehlungen der STIKO* seit August 2004 für alle Kinder und Jugendliche empfohlen. Das beste Alter für eine Windpocken-Impfung liegt bei elf bis 14 Monaten. Es kann aber jederzeit danach geimpft werden.
*Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts