Matricaria recutita oder Chamomilla recutita (botanischer Name) | Mägdeblume, Kuhmelle (Name im Volksmund)

Anwendungsgebiet:

Die Kommission E bestätigt eine innerliche Anwendung bei Krämpfen und Entzündungen im Magen-Darmbereich sowie eine äußerliche Verwendung bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bakterielle Hautinfektionen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches, Atemwegsentzündungen und Erkrankungen im anal- und Genitalbereich.

In der Homöopathie wird Kamille zusätzlich bei Hysterie und Schlaflosigkeit verwendet.

Beschreibung:

Die Kamille gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine rund 50 cm hohe einjährige Pflanze mit aufrechtem, ästigem und kahlem Stängel. Die Laubblätter sind zwei oder dreifach gefiedert. Die einzelnen Blütenköpfe sind rund 20 mm breit und bestehen aus fünfzähnigen, goldgelben Scheibenblüten und rund 15 weißen Zungenblüten. Diese sind im vollerblühten Zustand zurückgeschlagen. Der Blütenboden ist meist kegelförmig und innen immer hohl.  Beim Zerreiben riechen die Blüten angenehm aromatisch. Die Kamille blüht von Mai bis September.

Ihre ursprüngliche Heimat ist Süd- und Osteuropa, sowie Vorderasien. Heute ist die Kamille in ganz Europa, Nordamerika und auch in Australien verbreitet. Die Kamille ist eine typische Ackerpflanze, die dort stark unter den landwirtschaftlichen Unkrautbekämpfungsmitteln leidet.

Seit der Antike ist die Kamille für ihre heilenden Kräfte bekannt. In Deutschland war die Kamille 1987 Arzneipflanze des Jahres (Verband Deutscher Drogisten) und 2002 Heilpflanze des Jahres (Verband der Heilkräuterfreunde Deutschlands).

Wirkung:

Verwendete Bestandteile sind die jungen Blüten und Blütenknospen sowie deren Zubreitungen in wirksamen Dosierungen.

Wirksame Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit (-)-α-Bisabolol, Matricin, Flavonoide, Bitterstoffe, Cumarine und Schleimstoffe. Bei der Wasserdampfdestillation entsteht aus dem originären Matricin das Chamazulen.

Wirkung: entzündungshemmend, krampflösend, beruhigend, wundheilungsfördernd, desodorierend, antibakteriell und Bakterientoxin hemmend.

Anwendung:

Innerlich: Aufguss als Tee. Dazu 1 EL Kamillenblüten auf 1 Tasse kochendes Wasser, 10 Min. ziehen lassen und  3-4 mal täglich eine Tasse bei Magen-/Darmleiden trinken.

Äußerlich: Kalter Aufguss zum Gurgeln, für Spülungen und Umschläge. Ätherisches Kamillenöl in heißem Wasser zum Inhalieren. Aufguss oder Kamillenkonzentrate als Badezusatz.

Mittlere tägliche Dosis innerlich: 9-12 g.
Als Badezusatz rechnet man 50 g Kamillenblüten auf 10 l Wasser. 3-10-prozentige Aufgüsse zur äußerlichen Anwendung.

Wichtige Hinweise:

Bei Entzündungen am Auge sind Kamillenzubereitungen wegen möglicher Reizwirkungen nicht angebracht.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Korbblütler ist von der Verwendung abzusehen.

Pflichtangaben

Umckaloabo®. 8 g/10 g Flüssigkeit. Für Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr. Wirkstoff: Pelargonium sidoides-Wurzeln-Auszug. Anwendungsgebiete: Akute Bronchitis (Entzündung der Bronchien). Enthält 12 Vol.-% Alkohol. Umckaloabo® 20 mg Filmtabletten. Für Erwachsene und Heranwachsende über 12 Jahre. Wirkstoff: Pelargonium-sidoides-Wurzeln-Auszug, getrocknet. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der akuten Bronchitis (Entzündung der Bronchien). Umckaloabo® Saft für Kinder. 0,2506 g / 100 g Sirup. Für Kinder von 1 bis 12 Jahre. Wirkstoff: Pelargonium sidoides-Wurzeln-Auszug, getrocknet. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der akuten Bronchitis (Entzündung der Bronchien).  Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. ISO-Arzneimittel – Ettlingen.