Immunzellen befinden sich in fast allen Geweben des Körpers. Ganz unterschiedliche Organe (siehe Abbildung) wirken daran mit, die Immunzellen herzustellen und »fit zu machen« für ihre wichtigen Aufgaben in der Abwehr von Krankheitserregern. Einen großen Anteil am Immunsystem stellen die weißen Blutkörperchen. Einerseits zerstören sie in einer ersten, unspezifischen Abwehr die erkannten Eindringlinge, andererseits sind sie für die Bildung von Antikörpern zuständig. So können bestimmte Krankheitserreger gezielt bekämpft werden. Man spricht hier von spezifischer Abwehr. Schließlich entsorgen sie die vom Körper im Zuge der Immunabwehr unschädlich gemachten Angreifer. Jeden Tag werden 25 bis 100 Milliarden weiße Blutkörperchen produziert. Im Infektionsfall kann die Zahl auf rund die zehnfache Menge hochgeschraubt werden.
Bis sich das Immunsystem voll entwickelt hat, vergehen etwa zehn Jahre. Das ist auch der Grund, warum Kinder häufiger an Erkältungen erkranken. Das Immunsystem wird noch trainiert.
Überall, wo der Körper mit der Außenwelt in Kontakt kommt, muss das Immunsystem besonders aktiv sein. Das gilt besonders für das Atmungssystem.
Denn rund 20.000 Atemzüge am Tag versorgen den Menschen mit mehr als 10.000 Litern Atemluft. Über Mund und Nase geraten so auch zahlreiche Verunreinigungen und Krankheitserreger, z.B. Viren, Pilze und Bakterien in den Körper. Damit die superfeinen Luftkanäle nicht verstopfen oder Schaden nehmen, fangen schon in der Nasenhöhle und später in den Bronchien Millionen feinster Flimmerhärchen auf einer Schleimhaut unliebsamen Schmutz ab und schicken ihn in Schleim verpackt direkt zurück Richtung Rachenraum. Im Rachen angelangt, werden die im Schleim gebundenen Fremdstoffe dann meistens unwillkürlich in den Magen hinuntergeschluckt. Mit Hustenreiz reagiert der Körper, wenn der Schleimtransport nicht schnell genug vonstatten geht. Überwindet ein Krankheitserreger diese erste Schutzbarriere, greift das Immunsystem ein. Es schützt den Körper ununterbrochen vor Krankheitserregern und hat gerade in der Erkältungssaison besonders viel zu tun.