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07.07.2011

Zeckenalarm nicht nur in Deutschland

Zecken sind kein nationales Problem. Auf der ganzen Welt gibt es Zeckenarten, die Viren und Bakterien, ja sogar Parasiten übertragen.

In Deutschland besteht vor allem die Gefahr für die Übertragung zweier Erkrankungen: der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Borreliose, genauer gesagt der Lyme-Borreliose.

Die FSME ist eine durch ein sogenanntes Flavivirus ausgelöste Erkrankung. Praktisch ganz Baden-Württemberg, Bayern und Südhessen und auch immer Gegenden nördlich der Main-Linie sind betroffen. Ob Ihr Wohnort zu den Risikogebieten gehört, können Sie über die brandneue Verbreitungskarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) von April 2011 schnell herausfinden. FSME ist allerdings kein deutsches Problem. Der Anteil FSME-tragender Zecken nimmt in Europa in östlicher Richtung zu. Eine Kartendarstellung der FSME-Verbreitungsgebiete in Europa kann auf der Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) geladen werden.

FSME ist deshalb so tückisch, weil mit zunehmendem Alter das Risiko steigt, an einem schweren Verlauf dieser Infektion des Zentralen Nervensystems (also mit psychischen und neurologischen Langzeitschäden) zu erkranken. Deshalb empfiehlt sich für die Bewohner von Risikogebieten und Urlaubern in diesen Gegenden eine Schutzimpfung.

Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich dagegen um eine bakterielle Infektion, die durch verschiedene Zeckenarten übertragen wird und auf der gesamten nördlichen Hemisphäre (Europa, Nordamerika, Asien) verbreitet ist.
Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss entsteht in ca. 50% der Fälle eine um den Zeckenstich ringförmig nach außen sich ausdehnende, scharf abgegrenzte Rötung (Erythema migrans). Davon unabhängig können häufig grippeähnliche Beschwerden wie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, leichtes Fieber und/oder Lymphknotenschwellung auftreten. In diesen Fällen sollte dringend der Arzt aufgesucht werden. Denn breitet sich die Krankheit im Körper aus, kann es zu schweren Organschäden vor allem des Nervensystems kommen, die für den Arzt nicht leicht zuzuordnen sind.

Die Lyme-Borreliose ist im Anfangsstadium sehr gut mit einer mehrwöchigen Antibiotika-Therapie behandelbar. Durch mehrfache Labortests (sogenannter ELISA-Test in Kombination mit einem Immunoblot) kann auch bei einer bereits früher einmal vorausgegangenen Lyme-Borreliose eine Neuinfektion aufgedeckt werden.  Eine Impfung für den Menschen existiert bis heute nicht.

FSME und Borreliose sind bei weitem nicht alle von Zecken ausgehenden Risiken. Es gibt je nach Region auf dem gesamten Globus eine Vielzahl weiterer Infektionskrankheiten, die durch Zeckenbisse übertragen werden.

In Europa sind es z.B. das durch Rickettsien hervorgerufene Mittelmeerfleckfieber und die Tularämie, In den USA das Rocky Mountains Fleckfieber, das Colorado Zeckenfieber und die monozytäre Ehrlichiose, in Indien die indische Waldkrankheit, in Afrika das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber und das Zeckenrückfallfieber und weltweit die Babesiose und das Q-Fieber.

Beachten Sie zu Ihrem Schutz am besten die drei Empfehlungen:

  1. Gehen Sie nach einem Zeckenbiss mit (auch zeitversetzter) Rötung um die Bissstelle direkt zum Arzt.
  2. Entfernen Sie Zecken nach einem Biss so rasch als möglich mit einer Zeckenpinzette oder -zange, da mit der Verweildauer der Zecke in der Haut das Infektionsrisiko ansteigt. Leider ist im Speichel der  Zecken ein lokales Betäubungsmittel, so dass der Biss oft erst spät bemerkt wird.
  3. Beugen Sie vor, dass es erst gar nicht zu einem Zeckenbiss kommen kann. Viele der Tipps sind bekannt: Körperkontakt mit bodennahen Pflanzen meiden, möglichst viel Körperfläche bedecken und ggf. Insektenabwehrmittel verwenden.

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