• News

18.08.2011

Wespen-Invasion droht!

Im Spätsommer und Herbst, also von Mitte August bis in den Oktober hinein, haben Wespen Hochsaison. Für 2011 wird in vielen Regionen Deutschlands in dieser Zeit eine wahre Wespenplage erwartet. So hat der NABU Hessen (Naturschutzbund) in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass sich die Wespen im warmen Frühjahr optimal entwickeln konnten und mit 30 bis 50% mehr dieser schwarz-gelben Hautflügler als üblich zu rechnen ist.

Nur zwei, allerdings recht häufige Wespenarten werden uns lästig: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris), die beide Gefallen an unserer Nahrung finden und zudem durch den menschlichen Schweiß angelockt werden. Dabei stehen diese Wespen nicht nur auf Süßes. Handelt es sich um Wespen, die nicht auf Selbstversorgung aus sind, sondern deren Aufgabe in der Brutpflege besteht, werden tierische Proteine bevorzugt. Dies erklärt, dass ein Stück zum Grillen vorbereitetes Fleisch eine genauso magische Anziehungskraft auf Wespen haben kann, wie ein Glas Limonade.

Wie soll man sich denn verhalten, wenn die an sich sehr nützlichen, in diesem Jahr explosionsartig vermehrten Insekten nerven oder Menschen sich gar bedroht fühlen. Der wichtigste Tipp ist, so wenig Wespen wie möglich überhaupt anzulocken. Dies bedeutet zucker- und eiweißreiche Nahrungsmittel (z.B. Kuchen, Konfitüre, Süßspeisen, Fleischgerichte und natürlich auch Essensreste) vollständig abzudecken. Dies ist auch deshalb sinnvoll, da durch die herumstreunenden Insekten Erreger ernster Magen-Darm-Infektionen, wie z.B. E. coli und Salmonellen, übertragen werden können.

Genauso wichtig ist, sich selbst zu schützen. Dazu zählt, Kindern nach dem Genuss von Süßigkeiten wie z.B. Speiseeis den Mund abzuwischen, nicht aus offenen Flaschen zu trinken und Gläser vor dem Ansetzen zu prüfen, ob sich keine Wespe darin befindet.

Da Wespen immer nur dann stechen, wenn diese sich provoziert fühlen, ist man gut beraten, nicht wild herum zu gestikulieren. Besser ist es, cool zu bleiben und die Wespen ggf. mit einer ruhigen, langsamen Handbewegung „wegzuschieben“. Auch sollte die Nähe zu Wespennestern vermieden werden. Absolutes “Nogo“ ist das Verschließen des Eingangslochs  von Nestern oder gar das Hineinsprühen von Insektensprays.

Sollte es einmal zu einem Wespenstich kommen, ist Panik fehl am Platze. Bei gesunden Menschen beschränken sich die Beschwerden auf eine schmerzhafte Schwellung an der Einstichstelle, die nach wenigen Tagen von selbst verschwindet und nach lokaler Desinfektion (Alkoholtupfer) zusätzlich gut mit Hautcremes aus der Apotheke, die Kortikoide oder sogenannte Antihistaminika enthalten, behandelt werden kann. Die Auflage von Eisbeuteln wirkt darüber hinaus abschwellend, sowie schmerz- und juckreizlindernd.

Größte Aufmerksamkeit ist jedoch erforderlich, wenn es nach dem Wespenstich zu einer schweren allergischen Reaktion (anaphylaktischer Schock) kommt, die sich u.a. durch Angstgefühl, Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Ohnmacht und Schwindel bemerkbar machen kann. In diesem Fall ist unverzüglich der Notarzt zu alarmieren. Gleiches gilt bei Wespenstichen in den Mund-Rachenraum. Hier besteht durch die sich entwickelnde Schwellung akute Erstickungsgefahr.

Der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln oder gar die Beseitigung von Wespennestern sollte nur dann erfolgen, wenn dies wirklich unumgänglich ist. Denn Wespen sind wertvolle Nützlinge. Eine Wespe vertilgt jeden Tag ein Vielfaches ihres Gewichts an schädlichen Stechmücken, Fliegen und Raupen.

Gegen Ende Oktober wird es mit der schwarz-gelben Gefahr wieder vorbei sein. Dann lösen sich die Wespennest-Kolonien auf und die jungen Wespenköniginnen suchen sich einen Ruheplatz zum Überwintern.

Schriftgröße