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10.06.2011

Mehr Infekte durch Sport?

„Sport ist gut für das Immunsystem“ - also müsste viel Sport besonders gut für das Immunsystem sein, zumindest meinen dies viele sportlich aktive Menschen. Doch so einfach ist es nicht. Denn gerade Ausdauersportler, die vor einem Wettkampf besonders intensiv trainieren, erleiden häufig einen Atemwegsinfekt. Woran liegt das?

Auf der einen Seite gibt es die sogenannten Couch-Potatoes, die ihr Abwehrsystem permanent unterfordern. Dies hat zur Konsequenz, dass häufig schon der erste Erregerangriff zum Knock-out durch Infekt führt, und dies meist ziemlich häufig.

Auf der anderen Seite kommt es bei Ausdauersportlern (Sportarten wie z.B. Jogging, Distanzschwimmen, Marathonläufe aber auch bei Sportarten wie Fußball) nach der Belastung an der Leistungsgrenze zu einer Öffnung des sogenannten Immunfensters von 4-6 Stunden. Diese auch Open-Window-Effekt genannte Beeinträchtigung des Immunsystems beruht auf einer hochintensiven körperlichen Beanspruchung im anaeroben Bereich bzw. über eine Stunde und dem dadurch resultierenden Sauerstoffdefizit. Hinzu kommt, dass durch die erhöhte Atemfrequenz die Schleimhäute leichter austrocknen und es bei unangepasster Sportkleidung zu einer Auskühlung kommen kann. Viren und Bakterien haben nun leichtes Spiel einen Erkältungsinfekt auszulösen. Und dies gilt für das ganze Jahr, weshalb es in den warmen Monaten gerade bei Sportbegeisterten zu Nasennebenhöhlenentzündung, Halsschmerzen, Atembeschwerden und Husten kommt.

Der beste Schutz gegen den Open-Window-Effekt sind die vernünftige Begrenzung der Belastungsintensität und ausreichende Erholungsphasen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten.

Insofern wundert es nicht, dass moderat Sporttreibende das geringste Infektrisiko haben. Hier wird das Immunsystem mittrainiert, ohne es unnötig zu belasten.

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