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21.07.2011

Krank durch gesundes Essen?

Aber was bedeutet das praktisch: zukünftig auf alles Ungekochte verzichten und die Küche zum sterilen Operationssaal umfunktionieren? …

… Ganz so dramatisch muss man es nicht praktizieren. Aber es gibt sieben Tipps, mit denen man seine  Familie und sich besser schützen kann.

Tipp 1 – Cool einkaufen
Gekühlte und tiefgefrorene Lebensmittel sollten so schnell als möglich – bei einem etwas längeren Transport in Kühltaschen – nach Hause gebracht und im Kühl- bzw. Gefrierschrank eingelagert werden. Die sogenannte Kühlkette darf nicht unterbrochen werden, denn bereits ein Temperaturanstieg von einigen Grad, z.B. bei gekühltem Fleisch, kann zu einer explosionsartigen Vermehrung von Bakterien führen.

Tipp 2 – Clever lagern
Insbesondere keimträchtige rohe Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Wurst, Milchprodukte und Eier sind gut verpackt oder in dichtschließenden Frischhalteboxen im Kühlschrank zu lagern. So haben Bakterien keine Chance „überzuspringen“. Gekochte Speisen dürfen nicht länger als vier Tage aufbewahrt werden. Die Kühltemperatur sollte höchstens 5 °C betragen.

Tipp 3 – Sich auf die Sinne verlassen
Stellt man fest, dass sich ein Lebensmittel optisch verändert hat oder unangenehm zu riechen beginnt, sollte dieses entsorgt werden. Gleiches gilt, wenn sich Verpackungen (z.B. Frischhalte-Packs oder aber auch Dosen) „aufgebläht“ haben.

Tipp 4 – Richtig vorbereiten
Für Obst, Gemüse und Salat gilt: vor dem Verzehr immer waschen – und idealerweise schälen, da die meisten Bakterien auf der Oberfläche anhaften. Zur Reduzierung der Gefahr von Salmonellen werden Geflügel, Schweinefleisch und Fisch vor der Zubereitung unter fließendem Wasser abgewaschen und mit Küchenpapier trocken getupft. Tiefgekühlte Lebensmittel dürfen nur im Kühlschrank in einer geschlossenen Box aufgetaut werden. Das Auftauwasser ist wegzugießen.

Tipp 5 – Konsequent kochen
Durch das Erhitzen von Speisen für mindestens einige Minuten auf über 70 °C werden die meisten krankmachende Bakterien abgetötet, so z.B. EHEC bei  70 °C über 10 Minuten.  Es gibt aber auch krankmachende Keime, wie z.B. Clostridien, Hepatitis-A-Viren oder Toxoplasmoseerreger, die erst durch längeres Garen bei höheren Temperaturen sicher abgetötet werden.
Samonellenträchtige Lebensmittel (siehe Tipp 4) sollten immer konsequent durchgegart werden.

Tipp 6 – Hygienisch arbeiten
Die üblichen Hygiene-Regeln für die Küchenarbeit sind natürlich ebenfalls zu beachten. Zu diesen gehören:

  • Lappen, Schwämme, Bürsten etc.  regelmäßig austauschen bzw. bei mind. 60 °C waschen
  • Schneidbretter, Arbeitsplatten und  -utensilien, Spüle, Abfalleimer  immer gründlich mit heißem Wasser und Reinigungsmittel säubern
  • Kühlschränke regelmäßig abtauen und reinigen
  • Für jedes Lebensmittel frische Arbeitsgeräte verwenden, um eine Keimübertragung zu vermeiden
  • Hände öfters waschen und nur saubere Handtücher und Schürzen verwenden

Übrigens: Nur bei Programmen mit über 60 °C werden in der Spülmaschine die meisten Krankheitserreger zuverlässig abgetötet.

Tipp 7 – Gezielt verzichten
Möglicherweise belastete Lebensmittel, wie nach derzeitigem Kenntnisstand mit EHEC kontaminierte rohe Sprossen, sind zu meiden. Sollte sich ein Schimmelbefall – egal wie groß dieser ist – zeigen, ist das Lebensmittel wegzuwerfen. Denn Schimmelpilzgifte sind hochgradig krebserregend. Und: bereiten Sie keine Mahlzeiten für andere zu, wenn Sie selbst an einem Infekt erkrankt sind. Wenn jeder mitmacht und ein Stück bewusster mit Lebensmitteln umgeht, werden sich viele Infektionen vermeiden lassen, wie z.B. viele der über 50.000 Fälle einer Salmonellen-Erkrankung jedes Jahr in Deutschland. Damit gesundes Essen vor allem eines macht, gut schmecken „ohne Nachgeschmack“.

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