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„Hatte ich eine schlimme Grippe …“ – dieser Satz könnte aus einem aktuellen Gespräch, z.B. zwischen Arbeitskollegen, gerade in dieser Jahreszeit stammen. Doch ist es tatsächlich immer eine Grippe, wenn von ihr gesprochen wird? Und wo genau liegt der Unterschied zum Infekt und zur Erkältung?
Der Ausdruck Grippe steht für die echte Virusgrippe, die vom Arzt als Influenza bezeichnet wird. Sie wird durch bestimmte Viren, die Influenzaviren A und B, ausgelöst. Diese werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, d.h. über die Tröpfchen in der Luft, die beim Niesen, Husten oder Ausatmen erkrankter Personen entstehen und so auf die eigenen Atemwegsschleimhäute gelangen. Eine weitere Quelle sind Kontaktinfektionen, wenn Viren z.B. über die Hände auf die eigenen Schleimhäute aufgebracht werden.
Die Influenzaviren dringen dann über die Schleimhaut von Atemwegen, Augen und Mund in den Körper ein und vermehren sich dort schlagartig. Gerade bei immungeschwächten Menschen nimmt die Infektion häufig einen schweren Verlauf. Es kann zu bedrohlichen Entzündungen von Gehirn, Muskeln und Herzmuskel kommen. Nicht selten folgen den Viren Bakterien, die auf den bereits angegriffenen Schleimhäuten der Atemwege leichtes Spiel haben. Sie lösen im geschwächten Körper Komplikationen wie die gefürchtete grippebedingte Lungenentzündung (Influenzapneumonie) aus.
Der grippale Infekt hingegen ist eine akute Infektion, die sich auf die oberen und/oder unteren Atemwege beschränkt. Befallen sind die Schleimhäute von Nase, Nebenhöhlen, Hals oder Bronchien bzw. die Rachenmandeln (Tonsillen). Weitere Bezeichnungen sind Erkältung, Atemwegsinfekt, Katarrh, Erkältungsinfekt oder einfach nur Infekt. Die Infektionsmechanismen sind mit der Influenza identisch und bei den Erregern handelt es sich meist ebenfalls um Viren. Allerdings sind diese weniger „virulent“ und die Krankheitsverläufe daher deutlich milder als bei der echten Grippe. Aber auch Atemwegsinfekte haben das Risiko von bakteriellen Folgeinfektionen, sogenannten Superinfektionen.
Wie können Sie nun unterscheiden, ob Sie eine echte Grippe oder einen grippalen Infekt haben. Ihrem Arzt stehen hierzu bestimmte Schnelltests zur Verfügung. Aber auch der Symptomverlauf gibt gute Hinweise. Die wichtigsten Unterschiede sind hier zusammengestellt:
Unterscheidungs | Grippaler Infekt/ Erkältung/Atemwegsinfekt | Grippe / Echte Virusgrippe / Influenza |
|---|---|---|
Entwicklung von Beschwerden und Fieber | Langsam, nach und nach | Heftig, schlagartig |
Fieber | Gering oder mäßig erhöht | Hoch, > 39 °C, Schüttelfrost und Schweißausbrüche |
Gliederschmerzen | Gering | Stark (Gelenke & Muskeln) |
Befindlichkeit | Gering beeinträchtigt | Intensives Krankheitsgefühl (Mattigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Kreislaufbeschwerden |
Husten | Gering – bei Bronchitis später mit Sekret | Schmerzhafter, eher trockener Husten |
Halsschmerzen | Heiserkeit, Kratzen im Hals | Stark, mit Schluckbeschwerden |
Schnupfen | Häufig laufende, verstopfte Nase | Häufig laufende, verstopfte Nase |
Verlauf | Über mehrere Tage – rasch abklingend | Bis zu 14 Tagen – anfangs oft ohne Besserung |
Sollten Sie sich nicht sicher sein (auch Infektionskrankheiten der Atemwege verlaufen nicht immer typisch!) sollten Sie möglichst rasch einen Arzt zur Abklärung aufsuchen. Gerade Säuglinge und Kleinkinder, sowie ältere Menschen oder solche mit schweren Allgemeinerkrankungen sind durch eine Virusgrippe gefährdet.
Deshalb sollten sich diese Gruppen regelmäßig jedes Jahr zu Beginn der Infektsaison impfen lassen. Aber auch sonst kann man eine Menge tun. Das regelmäßige Lüften zur Reduzierung der Zahl der in der Atemluft zirkulierenden Viren, sowie Händewaschen nach dem Kontakt mit möglichen Infektionsquellen hilft, vor beiden Erkrankungen - der Grippe und dem grippalen Infekt - zu schützen.
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