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22.12.2011

Bluthochdruck!

Man sieht ihn nicht! Man spürt ihn nicht!*)

Deshalb bleibt er auch vielfach lange Zeit unbemerkt. Fast zehn Millionen Menschen in Deutschland wissen nicht, dass sie an einer sogenannten Hypertonie leiden. Die Konsequenzen können schlimm sein. Zum einen verändern sich die Gefäße. Es kommt zu arteriosklerotischen Veränderungen, die die Sauerstoffversorgung durch das Blut beeinträchtigen. Zum anderen verdickt sich infolge der permanenten Überbelastung der Herzmuskel. Die Folgenschäden tragen bedrohliche Namen: Koronare Herzkrankheit bis hin zum Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Nierenversagen - um nur einige zu nennen.

Dabei ist Bluthochdruck leicht zu erkennen und sehr gut zu behandeln. Auch deshalb hatte die Deutsche Herzstiftung 2011 diese Volkskrankheit zum Thema der bundesweiten Herzwochen gemacht. Auf rund 1100 Veranstaltungen, Großflächenplakaten an 4000 Standorten in 59 Städten und über einen TV-Spot wurde zur Blutdruckmessung aufgerufen.

„Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck ist?“ lautete die zentrale Frage. Sollten Sie Ihre persönlichen Blutdruckwerte noch immer nicht kennen, empfiehlt sich eine Messung bei nächster Gelegenheit bei Ihrem Hausarzt. Von einem Bluthochdruck spricht man übrigens, wenn die Messwerte bei mehrfacher Messung in Ruhe bei 140/90 mmHg oder darüber liegen. Als ideal bei gesunden Menschen gilt ein Blutdruck von 120/80 mmHg. Dabei bezeichnet der obere Wert den systolischen Blutdruck, also den Druck der entsteht, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht und pumpt (Auswurfphase). Der niedrigere Wert steht für den diastolischen Blutdruck, wenn sich die linke Herzkammer wieder entspannt (Füllungsphase).

Man schätzt, dass rund 20% aller Erwachsenen und jeder Zweite über 60 Jahre einen erhöhten Blutdruck haben. In über 95% handelt es sich dabei um eine sogenannte primäre Hypertonie. Das heißt, es gibt keinen spezifischen Auslöser für den Bluthochdruck, wie z.B. eine andere Erkrankung. Vielmehr sind es erbliche Veranlagung und vor allem Lebensstil (Risikofaktoren: Rauchen, Übergewicht, zu wenig Bewegung, Stress, Alkohol, fett- und salzreiche Ernährung etc.), die den Druck im Gefäßsystem mitunter heftig ansteigen lassen. Das Fatale ist, dass sich die Betroffenen anfangs dabei noch besonders wohl und leistungsfähig fühlen. Warnzeichen wie morgendlicher Kopfschmerz, Klopfen in den Schläfen, rote Gesichtsfarbe, Nasenbluten, Luftnot bei Belastung, Schwindel, Übelkeit, Schlaf- und Antriebslosigkeit werden oft fehl gedeutet oder ignoriert.

Wichtig ist, dass erhöhte Blutdruckwerte schnell und dauerhaft in den Griff gebracht werden. Hierzu ist auch eine Anpassung des Lebensstils im Sinne einer Reduzierung der Risikofaktoren angezeigt. Besonders Augenmerk verdienen dabei die tägliche Bewegung, der Übergewichtabbau und der Nikotinverzicht. Darüber hinaus wird häufig die dauerhafte Gabe von einem oder mehreren in aller Regel gut verträglichen Medikamenten notwendig sein. Ihr Nutzen überwiegt etwaige Nebenwirkungen um ein Vielfaches.

Die Blutdruckziele, die es zu erreichen gilt, werden heute wie folgt festgelegt:

  • Erwachsene unter 80 Jahren ohne Komplikationen: unter 140/90 mmHg
  • Ältere Menschen mit 80 Jahren +: unter 150 mmHg systolisch
  • Menschen mit Koronarer Herzkrankheit, Nierenschaden Diabetes mellitus: 130-139/80-85 mmHg, möglichst nahe bei 130/80 mmHg
  • Bei Nierenschaden mit krankhafter Eiweiß-Ausscheidung unter 130/80 mmHg.

Schwankt bei Ihnen der Blutdruck öfters, wird Ihnen Ihr Arzt eine Langzeit-Blutdruckmessung empfehlen, bei der Sie über 24 Stunden eine Oberarm-Manschette tragen. Die viertel- und nachts halbstündlichen Messungen ergeben einen guten Überblick über Ihr Tagesprofil.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Hochdruckliga e.V.: www.hochdruckliga.de und der Deutschen Herzstiftung e.V.: www.herzstiftung.de.

Und sollte Ihr Blutdruck in Ordnung sein, tun Sie alles, damit dies so bleibt. Dazu gehört auch die regelmäßige Messung: mindestens einmal im Jahr bzw. mindestens zweimal im Jahr ab 50. Damit Ihr Herz nie unter Druck kommt.

*) Aufruf im Rahmen der Herzwochen 2011 (Deutsche Herzstiftung e.V.)

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