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Was schon immer vermutet wurde und viele Betroffen am eigenen Körper verspüren, wurde auf dem jüngst in Paris stattgefundenen Kardiologie-Kongress durch zwei neue Beweise belegt: Ärger und Stress gehen aufs Herz!
Eine Studie der Universität Helsinki stellt klar: Hohe berufliche Anforderungen bei wenig Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung der eigenen Arbeit sind schädlich für den Herzmuskel und dessen versorgende Gefäße. Frau Dr. Tea Lallukka, die an der Untersuchung beteiligt war, bestätigt, dass psychische Belastungen und lange Arbeitszeiten mit vielen Überstunden zu einer nachlassenden Konzentrations- und Gedächtnisleistung, aber vor allem zu mehr Herzkrankheiten und dadurch einer erhöhten Sterblichkeit führen.
Darüber hinaus bedingen Stress und Mehrarbeit in vielen Fällen einen ungesunden Lebensstil, der Übergewicht, einen weiteren Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen, verursacht. Mit Stress ist dabei nicht nur der gemeint, der aus der hohen Arbeitslast resultiert, sondern auf jener, der durch Jobunsicherheit und psychosoziale Stressfaktoren (z.B. Konkurrenzkampf, Mobbing) auf die Menschen einwirkt.
Zur Reduzierung der Belastung schlägt die Studiengruppe aus Helsinki vor, einerseits die Arbeitsbedingungen, z.B. durch Verringerung von Überstunden oder Rotation bei Schichtarbeit, zu verbessern. Andererseits ist auch bei jedem Einzelnen zu schauen, wie dieser mit seiner Arbeitssituation besser umgehen kann. „Denn persönliche Eigenschaften beeinflussen die Art und Weise, wie Menschen ihr Arbeitsumfeld sehen“, so Dr. Lallukka. Darüber hinaus ist es wichtig, die Menschen für ihren Einsatz adäquat zu belohnen. Dazu gehören u.a. leistungsgerechte Bezahlung, Arbeitsplatzsicherheit, Förderung des Selbstwertgefühls und eine möglichst freie Gestaltung der Arbeit und Arbeitszeiten.
Was für (noch) „Herzgesunde“ gilt, gilt für Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, in ganz besonderem Maße. In einer 10-Jahres-Studie des Instituts für Klinische Physiologie in Pisa/Italien wurde festgestellt, dass es nach einem Infarkt außerordentlich wichtig ist, ganz cool zu bleiben oder, sollte man es noch nicht sein, ganz cool zu werden.
Die Forschergruppe um den Studienleiter Dr. Franco Bonaguidi berichtete in Paris, dass negative Emotionen wie Feindseligkeit, Wut, Depression, Angst und soziale Isolation herzschädigend wirken, während positive Gefühle wie Phantasie, Mitgefühl und geistige Interessen das Herz schützen.
So wurde gezeigt, dass Patienten mit einem hohen Niveau an Ärger und Wut ein 2,3fach höheres Risiko hatten, einen weiteren Infarkt zu erleiden. Bei Patienten mit hohem Stress-Niveau war das Risiko 1,9fach erhöht. Oder anders ausgedrückt: Von den Patienten, die sich wenig ärgerten, erlitten innerhalb von 10 Jahren 78,5% keinen Re-Infarkt; von denen, die sich viel ärgerten waren es nur 57,4%.
Aus diesen Erkenntnissen folgt die eindeutige Empfehlung der Studienautoren, Patienten nach einem Herzinfarkt über die Therapie mit Medikamenten und körperlichem Belastungstraining hinaus – bei nicht ausreichender emotionaler Stabilität - einer Verhaltenstherapie zuzuführen.
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